Interview mit Dr. Eleonore Sieder, der Protagonistin des heiteren Gesellschaftsromans „Zwischen Kalbsbrust und Karriere“ (Band 2 der Reihe „Familie und Karriere“)
Liebe Frau Doktor Sieder, danke dass Sie sich Zeit für ein Interview genommen haben.
Sehr gerne, aber ich finde, wir sollten Du sagen, schließlich kennst Du mich, wie kaum ein anderer.
Das freut mich sehr, liebe Eleonore. Ich hoffe, Du bist mit den Dir zugedachten Eigenschaften einigermaßen zufrieden.
Danke, geht so. Du beschreibst mich als durchsetzungsstarke Top-Juristin. Das muss mir naturgemäß gefallen, nur dass ich gar so undiplomatisch sein soll, will ich nicht glauben.
Das vergangene Jahr war für dich ziemlich herausfordernd. Wenn du heute zurückblickst, was war für Dich die schlimmste Zeit?
Tatsächlich waren es die Wochen VOR der Suspendierung. Ich habe ja bald gespürt, dass der neue Minister mich loswerden wollte, und habe versucht auf der Hut zu sein, aber – wie du wohl weißt – ist mir das nicht gelungen.
Und die Suspendierung selbst?
An jenem Tag war ich wie vor den Kopf gestoßen, doch schon am Tag danach, als Gerhard, mein getrenntlebender Mann, sich gemeinsam mit mir den Kopf darüber zerbrochen hat, was genau dahinterstecken könnte, ging es mir besser. Bei aller Gleichberechtigung und aller Selbstständigkeit tut es oft auch gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Das geht den Männern sicher nicht anders.
Danke für das Stichwort: Gleichberechtigung. Was hältst du von der Frauenquote?
Nichts – auch wenn ich weiß, dass ich mir mit dieser Aussage wieder einmal keine Freunde mache – und erst recht keine Freundinnen. Wenn eine Frau unseres Kulturkreises, in diesem Land und in dieser Zeit, immer noch nicht gleichberechtigt ist, dann hilft ihr auch keine Quote. Dann will sie es entweder nicht, oder sie ist für den Job oder die Position ohnehin nicht geeignet.
Ein harter Befund.
Aber wahr.
Sollten Frauen deiner Meinung nach dann auch zu eine Art Grundwehrdienst verpflichtet werden?
Selbstverständlich! Gleichberechtigung besteht – wie alles im Leben – aus Rechten und Pflichten.
Viele Frauen argumentieren aber damit, dass sie immer noch die Hauptlast der unbezahlten Care-Arbeit leisten müssen.
Auch daran sind sie selbst schuld! Ich gehe doch keine Partnerschaft mit einem Mann ein, der mich nicht als gleichberechtigt wahrnimmt! Außerdem sind es doch zumeist Frauen, die ihre Söhne zu Machos erziehen. Wenn der kleine Prinz zu Hause nicht helfen musste, warum sollte er es später in der Partnerschaft tun?
Da ist was dran. Zum Abschluss noch ein paar persönliche Fragen: Was ist dein liebstes Urlaubsland?
Ich mache gerne Urlaub in Österreich, liebe aber auch die Nord- und Ostsee.
Wir wissen, dass du gerne kochst. Was ist deine Lieblingsspeise?
Das richtet sich stark nach der Umgebung, der Jahreszeit und meiner Stimmung. Im Sommer liebe ich Antipasti, Meeresfrüchte aber auch Spare-Ribs. Im Winter darf es schon einmal ein Linseneintopf oder ein Schweinsbratl sein. Je abwechslungsreicher, desto lieber – und speziell beim Essen gilt: Die Dosis macht das Gift!
Dann sage ich Danke für das Interview. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen in einem meiner nächsten Romane😉

