Mein persönliches Rezept für einen historischen Roman

Mein persönliches Rezept für einen historischen Roman: aufgegangener Hefeteig in einer Schüssel unter einem hochgehobenen, alten Küchentuch

Ein historischer Roman ist wie ein guter Hefeteig. Er braucht Zeit und Wärme, um richtig aufzugehen. Hier ist mein Lieblingsrezept für dieses Gebäck.

Zutaten

  • eine Idee, für die man brennt – Ich greife dazu meist in meinen Fundus aus Mittelalterwissen, Mediävistenkollegen und (Sach-)Büchern.
  • Schreibutensilien sowie einen Rechner – Ohne Füller und Notizblock entsteht bei mir kein Plot, aber mein Rechner ist mein bester Freund, wenn es ans Ausformulieren geht.
  • eine gut sortierte Bibliothek zuhause, auswärts und online
  • mindestens sechs Monate, wenn nicht ein paar Jahre freie Zeit – Unter einem Jahr schaffe ich keinen historischen Roman.

Notwendige Hilfsmittel

Für die Recherche:

  • Sach- und Fachliteratur zum historischen Hintergrund und zu historischen Details
  • eine gut strukturierte Favoritenliste im Browser zum schnellen Auffinden von Online-Wörterbüchern in verschiedensten Sprachen sowie von Informationen zu bestimmten Themen, Jahrhunderten und Ländern
  • Experten für sehr spezifische Fragen, die ich mit meinen Hilfsmitteln nicht oder nur sehr schwer beantworten könnte
  • einen gut strukturierten Ordner für Rechercheergebnisse auf dem Rechner

Für den Schreibprozess selbst:

  • Füller und Notizblock
  • Scrivener für das Manuskript
  • Vellum und Affinity Publisher für den Buchsatz und das Erstellen von E-Book und Druckvorlage

Fürs Ausgarnieren:

  • Lektorat
  • Testleser
  • Coverdesigner
  • Kartendesigner

Zubereitung

  1. Zunächst einen neuen Projektordner für das Manuskript, Rechercheergebnisse, Cover und Marketing auf dem Rechner anlegen. Darin eine neue Romanvorlage für Scrivener speichern.
  2. Anschließend großflächig das Thema und den historischen Hintergrund recherchieren und mithilfe der Schreibutensilien aus der Idee einen Plot entwickeln, der die Geschichte in einem detaillierten Kapitelplan strukturiert.
  3. Alles in die Romanvorlage in Scrivener importieren und den Entwurf schreiben, entweder strikt dem Schreibplan Kapitel für Kapitel folgend oder aber wo gerade die Inspiration zuschlägt. Hin und her springen im Manuskript ist erlaubt. Etwaige Detailfragen für spätere, gezielte Recherche im Text durch Klammern und kurze Notizen kennzeichnen.
  4. Danach den Entwurf ausdrucken und ruhen lassen.
  5. Nach etwa zwei bis vier Wochen den gesamten Text durchlesen. Dabei Unklarheiten, Formulierungen, Plotlöcher und Recherchefragen überarbeiten. Wenn möglich, schon an dieser Stelle überflüssige Figuren und Szenen entfernen.
  6. Jetzt das Manuskript ans Lektorat und/oder an Testleser schicken. In der Zwischenzeit Cover und Karten organisieren und an Marketingmaterialien für das neue Buch arbeiten.
  7. Warten, bis der Text lektoriert bzw. testgelesen zurückkommt. Nun die Anmerkungen ins Manuskript einarbeiten oder ignorieren.
  8. Als Word-Dokument aus Scrivener exportieren und mit Cover und Karten entweder in Vellum oder Affinity Publisher importieren, um dort den Buchsatz zu machen.
  9. Zum Schluss das epub und die PDF-Druckvorlage exportieren und beim Dienstleister hochladen, um den Roman zu veröffentlichen.
  10. Projektordner des Buches zufrieden in den Ordner „Veröffentlichungen“ verschieben.

Serviervorschlag

Als E-Book, Taschenbuch oder gebundene Ausgabe mit einer Tasse Tee auf einem gemütlichen Sofa genießen

Dies ist eine gekürzte Version meines Beitrags „Der Weg von der Idee zum Buch“, den Sie in meinem Blog lesen können.


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